„Sieh niemals weg!“: Die Stärke der Kunst

Es ist nicht leicht, sich von dem Trauma des nationalsozialistischen Faschismus und dem Schatten des Kommunismus zu befreien.

Der Film „Werk ohne Autor“ von Florian Henckel von Donnersmarck, der 2018 in den Kinos ausgestrahlt wurde, erzählt die Geschichte eines Malers, der drei politische Systeme durchleben musste und orientiert sich an der Biographie des Künstlers Gerhard Richter. Die Rolle des Künstlers spielt in diesem Film der Schauspieler Kurt Barnert.

Der Film beginnt im Jahr 1937, als zur Zeit des nationalsozialistischen Regimes die ersten Werke des Künstlers entstehen und endet in den 1960ern in Düsseldorf. Der Film zeigt auf beeindruckende Weise, wie man das Trauma des Faschismus und des Kommunismus durch Kunst überstehen kann. Auf einer Ausstellung, auf die der Künstler als 5-jähriger mit seiner Tante hingeht, wird ihm die Maxime mitgegeben: „Sieh niemals weg“, was zu Inspiration seiner zukünftigen Werke wird.  Er wird Zeuge der Luftangriffe auf Dresden und beginnt später bei der Dresdener Kunstakademie ein Studium der Malerei, wo sein Professor sein Talent erkennt und ihm sozialistischen Realismus näher bringen möchte, was der Maler jedoch ablehnt. Ende der 1950er Jahre entschließen sich der Künstler und seine Frau von der kommunistischen DDR nach Westdeutschland zu flüchten, was ihnen 1961 gelingt. Sie kommen in West-Berlin an.

Von dort gehen beide nach Düsseldorf, um sich an der Kunstakademie zu bewerben und gefördert zu werden, was dem Künstler durch die Täuschung seines Alters als „26-jähriger“ gelingt, obwohl er bereits 29 ist. Hier kommt er mit der modernen Kunst in Berührung, die in der Zeit nach dem 2.Weltkrieg entstanden ist. Der freiheitliche Charakter irritierte ihn, weil er in der DDR sehr eingeschränkt war.

Der Künstler durchlebt sozusagen, das faschistische, das sozialistische und zuletzt das demokratische Deutschland, was durch den Film eine Art deutsche Geschichte widerspiegelt und aufzeigt, wie man durch Kunst diese schwierigen Zeiten überstehen konnte.

Der deutsche Film „Werk ohne Autor“, der Chancen auf eine Auszeichnung in den Kategorien Bester fremdsprachiger Film und Beste Kamera hat, ist heute für den Oscar nominiert. Am 24. Februar2019 werden die Oscar-Trophäen in Hollywood zum 91. Mal vergeben.

Sinfonie-interkulturell